Hautpflege bei Schuppenflechte
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Symbolbild

Wenn die Haut spannt, schuppt und juckt: So bringen Sie mit der passenden Pflege mehr Ruhe in Ihre Psoriasis.

Schuppenflechte (Psoriasis) kommt oft in Wellen: Es gibt ruhigere Phasen – und dann plötzlich wieder rote, schuppige Stellen, die jucken, brennen oder sogar schmerzen. Viele Betroffene haben das Gefühl, „nichts hilft wirklich“. Auch wenn Psoriasis nicht „wegzucremen“ ist, lässt sich der Alltag mit der richtigen Hautpflege spürbar erleichtern. Eine konsequente Basis-Pflege kann Schuppen lösen, die Hautbarriere stärken, Juckreiz reduzieren und die Wirkung ärztlicher Therapien unterstützen. Hier erfahren Sie, was in der Haut passiert – und wie Sie mit einer einfachen, alltagstauglichen Routine viel erreichen können.

Wenn’s juckt und schuppt

Ihre Apotheke hilft Ihnen, Ihre Hautpflege bei Schuppenflechte individuell auf Hautzustand, betroffene Stellen und Alltag abzustimmen  – zum Beispiel mit der Auswahl geeigneter Basiscremes, Schuppenlöser und juckreizlindernder Produkte. Wir zeigen Ihnen auch die richtige Anwendung, weisen auf mögliche Reizungen und Risiken hin. Kommen Sie gern bei uns vorbei.

Was ist Psoriasis – und warum schuppt die Haut so stark?

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Wichtig vorweg: Sie ist nicht ansteckend. In Deutschland liegt die Prävalenz laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes bei etwa 2 bis 3 % der Bevölkerung.

Bei Psoriasis läuft die Hauterneuerung „auf Turbo“. Normalerweise erneuern sich die Zellen der obersten Hautschicht grob in knapp vier Wochen. Bei Psoriasis geschieht das deutlich schneller – der Deutsche Psoriasis Bund nennt etwa 6 bis 7 Tage statt ca. 26 bis 27 Tage.

Weil die Zellen dabei nicht richtig ausreifen, „stapeln“ sie sich an der Oberfläche. Es entstehen die typischen Plaques: gerötete, scharf begrenzte Areale mit silbrig-weißen Schuppen. Dazu kommt Entzündung – und damit oft Juckreiz, Brennen und ein unangenehmes Spannungsgefühl.

Der Knackpunkt für die Pflege: Die Hautbarriere ist gestört. Sie verliert leichter Feuchtigkeit, reagiert schneller gereizt und braucht mehr Unterstützung als „normale“ trockene Haut.

Die Basis-Pflege: Warum sie oft mehr bringt als man denkt

Bei Psoriasis ist es meist sinnvoller, die Haut konsequent zu pflegen – auch in ruhigen Zeiten. Ziel ist nicht nur „weicher“ zu werden, sondern die Barriere so stabil zu halten, dass neue Schübe weniger leicht „andocken“.

Dass eine rückfettende Basistherapie empfohlen wird, findet sich auch in der deutschen S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis (AWMF). In dieser Leitlinie wird die Basistherapie u. a. mit wirkstofffreien Salbengrundlagen sowie topischen Zubereitungen von Harnstoff (Urea) 3–10 % und Salicylsäure 3–10 % beschrieben. Das klingt technisch, ist aber sehr praktisch: Gute Pflege ist bei Psoriasis keine „Kosmetik“, sondern ein wichtiger Baustein der Behandlung.

Schritt 1: Schuppen lösen – damit Pflege und Wirkstoffe überhaupt ankommen

Wenn Plaques sehr dick und stark verhornt sind, liegt das Problem oft ganz simpel „oben drauf“: Pflege oder Medikamente kommen schlechter durch. Dann kann es helfen, zunächst die Schuppen gezielt zu lösen.

Dafür werden in der Praxis häufig keratolytische (hornlösende) Wirkstoffe eingesetzt, vor allem Salicylsäure oder Urea. Die Leitlinie nennt beide als Basistherapeutika in passenden Konzentrationen.

Wichtig: Salicylsäure ist wirksam, aber nicht „harmlos wie eine Bodylotion“. Salicylate können über die Haut aufgenommen werden – deshalb sollte man sie bei Säuglingen/Kleinkindern nicht großflächig und nicht über lange Zeit anwenden; entsprechende Anwendungsbeschränkungen sind z. B. in der Roten Liste beschrieben.

Für Erwachsene gilt in der Regel: richtig dosieren, nicht unnötig großflächig, und bei Unsicherheit (z. B. sehr große Areale, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft) lieber kurz in Ihrer Apotheke am Marktplatz nachfragen.

Schritt 2: Feuchtigkeit + Fett – die Hautbarriere stärken, statt nur „einzucremen“

Wenn die Schuppen reduziert sind, ist der nächste Hebel die tägliche Basis-Pflege. Hier geht es um zwei Dinge: Feuchtigkeit binden und Fette/Lipide ersetzen, damit die Haut weniger Wasser verliert.

Urea (Harnstoff) ist dafür ein Klassiker. In Konzentrationen von etwa 3–10 % wird er in der Leitlinie als Teil der Basistherapie genannt. Die Erfahrung zeigt: Urea kann auf entzündeten oder offenen Stellen kurzfristig brennen. Das ist nicht gefährlich, aber unangenehm – und ein häufiger Grund, warum Menschen Produkte wieder absetzen.

Wenn das bei Ihnen passiert, ist das kein „Scheitern“, sondern ein Signal: Dann zunächst eine mildere, parfümfreie Rückfettung ohne Urea auf die stark entzündeten Areale – und Urea eher für die trockenen, nicht aufgekratzten Flächen nutzen oder mit geringerer Konzentration starten.

Was zusätzlich oft gut funktioniert, sind Pflegeprodukte mit barriereunterstützenden Lipiden (z. B. ceramidähnliche Strukturen) und okklusiven Bestandteilen (z. B. Vaseline/Paraffine in Salbengrundlagen), die Wasser in der Haut halten. In Ihrer Apotheke lohnt sich die Auswahl vor allem danach, wie trocken, wie entzündet und wo die Stellen sind (Körper, Gesicht, Hautfalten, Hände).

Juckreiz: Was Sie tun können, ohne die Haut weiter zu reizen

Juckreiz ist bei Psoriasis mehr als lästig: Kratzen macht die Haut zusätzlich kaputt, und neue Herde können an gereizten Stellen entstehen. Dieses Auftreten neuer, krankheitstypischer Hautveränderungen nach Reizung wird als Köbner-Phänomen beschrieben.

Für Betroffene heißt das: Je weniger mechanische Reize, desto besser. Das betrifft auch scheinbare Kleinigkeiten wie kratzende Nähte, enge Gürtel, häufiges Schrubben oder aggressive Peelings.

Bei akutem Juckreiz helfen oft einfache Strategien: kühler Waschlappen, kühl gelagerte Creme, kurze Nägel, Baumwollhandschuhe nachts. Wenn es nicht reicht, gibt es apothekenübliche Pflege- und Medizinprodukte, die gezielt juckreizstillend formuliert sind (hier lohnt die Beratung, weil „kühlend“ nicht gleich „geeignet bei Psoriasis“ ist).

Duschen, Baden, Waschen

Viele Betroffene merken: Nach heißem Duschen ist die Haut trockener, spannt mehr und juckt stärker. Das ist plausibel: heißes Wasser und starke Tenside lösen Hautfette.

Praktisch bewährt hat sich eine einfache Regel: kurz, lauwarm, mild – und danach sofort eincremen. Das Eincremen direkt nach dem Abtrocknen (am besten die Haut noch minimal „restfeucht“) ist ein kleiner Trick mit großer Wirkung, weil Feuchtigkeit so besser „eingeschlossen“ wird.

Wenn Sie gerne baden, können rückfettende Badezusätze sinnvoll sein – allerdings ohne „Schaum-Show“. Schaum bedeutet meist mehr Tenside. Und: Nicht rubbeln, lieber vorsichtig trocken tupfen.

Kopfhaut-Psoriasis: häufig, hartnäckig – aber gut zu managen

Die Kopfhaut ist bei Psoriasis sehr oft beteiligt, etwa 50–80 % der Betroffenen leiden darunter.

Hier ist die Herausforderung doppelt: Man sieht die Schuppen schneller, und viele Produkte kommen wegen der Haare schlechter an die Haut. Typisch ist auch, dass Betroffene aus Sorge vor „fettigen Haaren“ zu wenig pflegen – wodurch die Kopfhaut noch mehr spannt und schuppt.

Meist klappt es besser, wenn man zwei Schritte trennt: zuerst Schuppen lösen (z. B. mit geeigneten Lösungen/Ölen), dann sanft waschen, dann eine passende Kopfhautpflege bzw. – falls ärztlich verordnet – die richtige Lösung/Schäume gezielt auf die Kopfhaut, nicht „ins Haar“. In der Apotheke am Marktplatz können wir dabei helfen, das praktisch umzusetzen, ohne dass die Frisur jeden Tag „ölig“ wirkt.

Sonne und UV

Viele erleben im Sommer eine Besserung. UV-Strahlung kann entzündungshemmend wirken, weshalb UV-Therapien in der Dermatologie eine Rolle spielen.

Für den Alltag gilt: kontrollierte Sonne kann guttun, Sonnenbrand ist immer schlecht – gerade bei entzündlicher Haut. Also lieber langsam steigern, konsequent Sonnenschutz, und bei starken Beschwerden lieber ärztlich gesteuerte Phototherapie statt „Brutzelkur“.

Wann Pflege allein nicht reicht

Pflege kann viel, aber sie ersetzt keine Therapie. Wenn die Plaques stark entzündet sind, große Flächen betroffen sind, Nägel stark leiden oder Gelenkbeschwerden dazukommen, gehört das in ärztliche Hände. Moderne Therapien (topisch, Lichttherapie, systemisch) können sehr wirksam sein – und die Basis-Pflege bleibt trotzdem wichtig, weil sie die Haut „mitträgt“ und oft hilft, weniger zu reizen und besser durchzuhalten.

Hautpflege bei Schuppenflechte kurz & knapp

Schuppenflechte ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung – aber Sie sind ihr im Alltag nicht ausgeliefert. Entscheidend ist, zu verstehen, was die Haut gerade braucht: Bei Psoriasis erneuert sie sich viel zu schnell, es entstehen Schuppen, und die Hautbarriere gerät aus dem Gleichgewicht. Genau hier setzt eine gute Pflege an. Wenn Schuppen gezielt gelöst werden und die Haut anschließend konsequent rückgefettet und befeuchtet wird, fühlt sie sich oft schneller ruhiger an: weniger Spannungsgefühl, weniger Juckreiz, weniger „Aufreißen“. Und: Eine stabile Hautbarriere unterstützt auch ärztliche Therapien, weil Wirkstoffe besser ankommen und die Haut weniger empfindlich auf Alltagsreize reagiert.

Die beste Routine ist dabei nicht die komplizierteste, sondern die, die wirklich zu Ihrem Leben passt: kurz und lauwarm waschen, mild reinigen, danach konsequent eincremen – und bei Bedarf gezielt Schuppen lösen. Wenn Kopfhaut, Hände oder empfindliche Bereiche betroffen sind, lohnt sich eine individuelle Produktauswahl besonders.

Kommen Sie gern in die Apotheke: Mit ein paar Fragen zu Hautzustand, betroffenen Stellen und bisherigen Produkten lässt sich oft schnell eine Pflegeroutine zusammenstellen, die spürbar entlastet.

FAQ : Häufig gestellte Fragen zu Hautpflege bei Schuppenflechte

Welche Pflege ist bei Psoriasis „die richtige“?

Meist eine parfümfreie, rückfettende Basispflege – angepasst an Trockenheit und Entzündung. Urea im Bereich 3–10 % ist ein häufiger Baustein der Basistherapie.

Warum brennt Urea manchmal auf der Haut?

Weil entzündete oder sehr rissige Haut empfindlicher ist. Dann kann es kurz brennen. In dem Fall lieber niedriger dosieren oder vorübergehend eine Urea-freie Basiscreme nutzen.

Darf ich bei Psoriasis duschen und baden?

Ja – entscheidend ist „wie“: lieber lauwarm, kurz, mild reinigen und danach sofort eincremen. Heißes Wasser und aggressive Duschgels trocknen eher aus.

Ist Psoriasis ansteckend?

Nein. Psoriasis ist eine entzündliche Erkrankung, keine Infektion – man kann sie nicht „übertragen“.

Kühl auftragen

Stellen Sie Ihre Basispflege in den Kühlschrank. Kühl aufgetragen empfinden viele den Juckreiz deutlich weniger – ohne zusätzliche Wirkstoffe. Und wenn Urea auf entzündeten Stellen brennt: nicht tapfer „durchziehen“, sondern die Konzentration senken oder auf eine mildere Basiscreme wechseln – das ist häufig der schnellste Weg zurück zu einer Routine, die man wirklich täglich schafft.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Apotheke am Marktplatz in Oberkirch . Stand 04/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Apotheke am Marktplatz in Oberkirch vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Stefan Schönborn,

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